worst case
Kathrin Röggla / Regie: Lukas Bangerter
ÖSTERREICHISCHE ERSTAUFFÜHRUNG
Eine Koproduktion von Schauspielhaus Wien und
Theater am Kirchplatz, Liechtenstein
Premiere: 15. Oktober 2009
Dauer: 90 Minuten (keine Pause)
Welche Katastrophe muss sich ereignen, damit wir (Gegen)-Maßnahmen ergreifen? Oder wird der Philosoph Peter Sloterdijk Recht behalten, der einmal formulierte, dass nur der reale Weltuntergang eine überzeugende Warnung vor dem Weltuntergang sein werde? Die Deutung der Katastrophe als Strafe Gottes wurde spätestens mit Kant abgelöst vom Bewusstsein über die Schuld und die Verantwortlichkeit des Menschen. In der Katastrophe könnte die Chance zur Umkehr, zu einem Neuanfang liegen. Doch was, wenn sie allgegenwärtig ist - in Nachrichten, Talkshows, Filmen? Wenn unser Denken und Sprechen im Rauschen dieses Katastrophensounds nur noch in der konjunktivischen Form stattfindet? In vier Bildern zeigt Röggla, wie der endlose Strom der bedrohlichen Szenarien eine Sehnsucht nach der totalen Katastrophe entstehen lässt, da anscheinend nur noch ein worst case uns Authentizität zurückgeben könnte. Groteske fake-experten ihres eigenen Untergangs versammeln sich da, die uns mitnehmen auf eine durchaus komische Geisterbahnfahrt durch die culture of fear.