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Produktionen

STILL DRAMA - Release Lesung mit Tanja Šljivar und Sascha Hargesheimer

am 24. Jänner 2018 / 20:00 Uhr
im Schauspielhaus, Nachbarhaus
Eintritt frei

STILL DRAMA. 1 Buch 2 Theaterstücke. Zum Release unsere zweiten Ausgabe haben wir die grandiosen AutorInnen Sascha Hargesheimer und Tanja Slivar ans Schauspielhaus Wien eingeladen. Sie werden aus ihren Stücken lesen und mit uns über das Schreiben reden, die Bühne und die Zukunft der zeitgenössischen Dramatik.
Moderation: Malte Abraham, Svenja Viola Bungarten
STILL DRAMA ist eine Reihe für zeitgenössisches Drama in dem pro Ausgabe zwei Stücke in ganzer Länge abgedruckt werden. Hier geht es zum Buch: http://stillmagazine.org/stilldrama2
 

Polen ist mein Italien 
von Sascha Hargesheimer

Es sind die Achtziger. Ein vergessener Independent-Science-Fiction-Regisseur namens Bela Roberti ist nach Polen aufgebrochen, um in einem verlassenen Hotel in der Nähe von Danzig ein letztes Mal zu drehen. Doch dann geht ihm der Film aus — bis auf eine letzte Minute. Jetzt gilt es, aus dieser Minute jene Minute zu machen, die es wert ist, für eine Ewigkeit festgehalten zu werden. Während die Arbeiter auf der Werft in Danzig und ganz Polen für bessere Lebensbedingungen im Hier und Jetzt kämpfen, kämpft Bela Roberti mit sich selbst: »Ich glaube, ich habe den falschen Job oder das falsche Leben, aber ich kann nicht sagen, ob es das eine oder andere ist. Gibt es ein anderes Leben?« Das Stück verhandelt unsere Sehnsucht nach einer großen Erzählung, nach einem anderen Leben, nach der perfekten Fiktion.


Sascha Hargesheimer
wurde 1982 in Frankfurt am Main geboren. Er studierte Szenisches Schreiben an der UdK Berlin und arbeitet heute als freier Autor und Regisseur. Mit seinem Debütstück Polen ist mein Italien gewann er den Münchner Förderpreis für deutschsprachige Dramatik. 2014 wurde sein Stück Archiv der Erschöpfung beim Osnabrücker Dramatikerpreis ausgezeichnet und im Rahmen der Autorentheatertage am Deutschen Theater uraufgeführt. Zuletzt entstanden die Stücke Die europäische Wildnis — eine Odyssee und Choreographien der Arbeit für die Schauspielhäuser Frankfurt und Leipzig. Er lebt in Berlin.
Uraufführung: 13. Juni 2014, Münchner Kammerspiele
 
Vor solchen wie uns haben uns die Eltern immer gewarnt
von Tanja Šljivar übersetzt von Mascha Dabić

Bosnien, in einer öffentlichen Toilette: Eine Frau in den Vierzigern und ein Teenager erzählen einander aus ihrem Leben. Dabei schlüpfen sie abwechselnd in verschiedene Rollen und legen so die archetypischen Beziehungsmuster zwischen Mutter und Sohn, Vater und Tochter, Bruder und Schwester oder Liebender und Liebendem offen. Machtverhältnisse und Stereotype werden wieder und wieder umgedreht. Ein aufwühlendes Rollenspiel, das die LeserInnen auf ihre eigenen Ängste und Wünsche zurückwirft und die Lebensumstände in Bosnien auf verschiedene Weise befragt, ein Stück, das zwischen Trauma und Traum changiert.

Tanja Šljivar 
wurde 1988 in Banja Luka, SFR Jugoslawien, geboren und studierte Dramaturgie an der Fakultät für Darstellende Kunst in Belgrad, Serbien. Sie arbeitet als Dramaturgin und schreibt neben Theaterstücken auch Kurzgeschichten, Hörspiele, Drehbücher für Kurzfilme und theaterwissenschaftliche Texte. Šljivars Dramatik ist mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Sterija Preis für das beste zeitgenössische Stück in Serbien und dem MESS Market Award, dem Koproduktionspreis des MESS Festivals in Bosnien. Ihre Theaterstücke sind in zehn Sprachen übersetzt und kommen an professionellen Theatern in Bosnien, Kroatien, Serbien, Spanien, Deutschland, Österreich, Albanien und Polen zur Aufführung. Zurzeit studiert sie Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen.

Mascha Dabić
1981 in Sarajevo geboren, übersetzt Literatur aus dem Balkanraum, u. a. Ausgehen von Barbi Marković (Suhrkamp 2009). Studium der Translationswissenschaft (Englisch und Russisch). Sie arbeitet als Dolmetscherin im Asyl- und Konferenzbereich und lehrt an den Universitäten Innsbruck und Wien. Mit ihrem Debütroman Reibungsverluste wurde sie 2017 von Daniela Strigl für den Franz-Tumler-Literaturpreis nominiert.
Uraufführung: Juni 2018, Schauspiel Stuttgart

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