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Heute

Gastspiel
20:00 Schauspielhaus
Regie: Pedro Martins Beja
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Produktionen

Die tonight, live forever oder Das Prinzip Nosferatu

von Sivan Ben Yishai
übersetzt von Maren Kames
Inszenierung / Choreographie: Marie Bues / Nicki Liszta
URAUFFÜHRUNG
ZU GAST IM SCHAUSPIELHAUS

Kooperation des Theater Lübeck mit backsteinhaus produktion und dem Theater Rampe

Gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes


Sivan Ben Yishai überträgt Murnaus Stummfilm »Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens« von 1922 in die Gegenwart. Ihr Text sprengt die Filmhandlung, die der Tanz auf der Bühne erzählt: Der junge Makler Hutter lässt seine Braut Ellen in einer Kleinstadt am Meer zurück, um den Vampir Nosferatu in den Karpaten aufzusuchen und ihm eine Ruine, direkt gegenüber von seinem Eigenheim, zu verkaufen. Ellen wird von Albträumen und Ahnungen heimgesucht. Tatsächlich wird der geschäftstüchtige Makler vom Vampir gebissen; er flieht zurück zu Ellen. Nosferatu folgt ihm...

Die Autorin Sivan Ben Yishai; 1978 in Tel Aviv geboren, seit 2012 lebt sie in Berlin; verfasst ihre Texte in englischer Sprache, die Maren Kames ins Deutsche übersetzt. Schon in ihrer Tetralogie LET THE BLOOD COME OUT TO SHOW THEM lässt die Autorin ihre Sprache über Grenzen von Zeiten und Orte hinweg auf den Körper kommen, wird der Text zum Körper selbst.

Regisseurin Marie Bues und Choreographin Nicki Liszta inszenieren »DIE TONIGHT, LIVE FOREVER oder Das Prinzip Nosferatu« gemeinsam mit einem gemischten Ensemble aus Tänzer*innen und Schauspieler*innen.

Marie Bues und Nicki Liszta inszenierten bereits gemeinsam "paradies fluten" von Thomas Köck (Sein Stück "Die Zukunft reicht uns nicht (Klagt, Kinder, klagt!)" ist am 4. und 5. Juni wieder im Schauspielhaus zu sehen!).

Dauer ca. 2 Stunde, 20 Minuten (eine Pause)

Inszenierung / Choreographie: Marie Bues / Nicki Liszta
Ausstattung: Claudia Irro
Mitarbeit Ausstattung: Annatina Huwiler
Musik: Heiko Giering
Video: Christopher Bühler / Katharina Spuida-Jabbouti
Dramaturgie: Anja Sackarendt
Produktionsleitung: backsteinhaus produktion Isabelle von Gatterburg

Mit Rachel Behringer, Chloé Beillevaire, Steven Chotard, Niko Eleftheriadis, Astrid Färber, Heiner Kock, David Ledger, Sophie Pfennigstorf, Andreia Rodrigues, Will Workman

„Der Ausdruck „Vampirischer Kapitalismus“ hängt mit gewalttätigen institutionellen Praktiken und Verfahren gegen (diskriminierte) soziale Gruppen zusammen. „DIE TONIGHT, LIVE FOREVER…“ fragt sich, ob wir dabei zwischen Tätern und Opfern noch klar unterscheiden können, oder sind sie bereits in einem symbiotischen Zusammenhang vereinheitlicht sind, einer Autoimmunerkrankung, die ihre Systeme dazu bringt, die gesunden Zellen des Körpers anzugreifen, anstatt die Infektion zu bekämpfen. „Regierungen sind nicht mehr zwangsläufig diejenigen, die uns umbringen, sie stellen einfach sicher, dass wir es uns selbst antun…“ Wer oder was ist eigentlich der zeitgenössische Vampir? Wie funktioniert der Mechanismus der Internalisierung kapitalistischer Gewalt und werden wir dabei unsere eigenen Vollstrecker, die im Dienste des Systems unser eigenes Blut saugen?
Statement der Autorin Sivan Ben Yishai

Mit freundlicher Unterstützung der Botschaft des Staates Israel in Österreich

Nähere Informationen & Pressestimmen

Produktionsteam

Autorin: Sivan Ben Yishai
Regie: Marie Bues
Choreographie: Nicki Liszta
Produktionsleitung: Isabelle von Gatterburg

Pressestimmen

»Es gibt Verführungen und Versuchungen, es gibt ein vampiristisches Gesellschaftssystem, in dem die Menschen ausgebeutet werden oder sich auch gerne selbst ausbeuten. Und es gibt bröckelnde Fassaden und Schattenwelten. Und trotz allem Exzess - Partys, Drogen, Sex - gibt es natürlich keine Erlösung. Marie Bues findet starke, wilde Bilder für einen dichten Text [...]. Geschickt führt Bues einige der Geschichten zusammen, setzt spielerisch ein paar wenige, aber wichtige dramaturgische Anker, gibt Einblicke in Tragisches und allzu Menschliches [...]. Diese Inszenierung ist laut, wild und schnell, ist bilder- und temporeich. Bues und Liszta schaffen Irritationen und Assoziationen, lassen Schauspieler und Tänzer zu Höchstform auflaufen und gleich darauf in gespielter Erschöpfung zusammenbrechen. Meist rauscht der Abend über die Bühne wie ein Film im Fast-Forward-Modus.« Nachtkritik

»›Sie wird weiter darum beten, dass eine Krankheit kommt und sie übernimmt, um sie an den einzigen Ort zu verbannen, an dem niemand mehr erwartet, dass sie funktioniert: Krankenhaus.‹ Insbesondere solche Textstellen sind von einer politischen Schärfe, die an bessere René-Pollesch-Texte erinnert. [...] Nach und nach entsteht so das Panoptikum des Kapitalismus als vampiristisches, blutsaugerisches System. Was [...] in seiner heterogenen narrativen Struktur [...] reizvoll umgesetzt ist. Auch weil der Abend von Marie Bues (Inszenierung) und Nicki Liszta (Choreografie) mit ziemlich viel szenischer Fantasie angereichert wird: Hübsch suggestive Videos (Christopher Bühler und Katharina Spuida-Jabbouti) flimmern ununterbrochen über Screens, ein Ambient-Score (Heiko Giering) legt sich über die Szenen, kreativ wechseln sich Schauspiel und Tanz ab. Schön.« Theater heute

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